Chianti - TOSKANA Impressionen

Chianti – traumhafte und weinreiche Landschaft der Toskana

Das Chianti – dies ist eine sanfte toskanische Landschaft mit einigen wenigen Hügeln, die von Weinfeldern und kleinen romantischen Dörfern besetzt sind. Dazwischen findet man die typischen Zypressen und natürlich viele Olivenhaine, die neben dem Wein eine wichtige Rolle in der Wirtschaft der Region spielen. Die Weinberge selbst kann man kaum zählen. Es gibt im Chianti einfach so viele, dass man kaum die Lücken dazwischen bemerkt. In diesen nicht vom Wein- oder Olivenanbau genutzten Bereichen wechseln sich romantische Herrenhäuser, alte Burgen und Weinbauerndörfer ab.

Das Chianti selbst hatte geografisch und strukturell gesehen nie einen klar festgelegte Regionsverlauf. Schaut man auf diese Region als Weinanbaugebiet dann umfasst das Chianti etwa das Gebiet südlich von Florenz bis hinab zur nördlichen Stadtgrenze von Siena. Im Westen reicht es vom Val di Pesa bis hinüber zum Arno-Tal im Osten. In diesem eher überschaubar großem Gebiet des Chianti fließen immerhin fünf Flüsse. Der größte Fluss der Region dürfte der Fiume di Greve sein, dicht gefolgt von der Pesa.

Cortona ist auch heute noch ein recht bekanntes Zentrum der Künste und dies hat die Stadt sicher nicht nur ihren berühmten Söhnen und Künstlern Luca Signorelli und Gino Severini zu verdanken.

Woher stammt der Name Chianti?

Historiker sind sich nicht ganz einig woher der Name Chianti dieser Region stammt. Vermutlich hat es mit dem ursprünglichen Namen des etwas kleineren Flusses Masselone zu tun, der vor vielen Hundert Jahren noch den Namen Chianti trug. Vermutlich hat man den damaligen Flussnamen Chianti auf die gesamte Region übertragen und irgendwann dafür den Flussnamen geändert. Allerdings gibt es auch Geschichtswissenschaftler, die eine Verbindung zum lateinischen Wort „clangor“ sehen, was so viel wie Klang bedeutet, oder zum etruskischen Wort clante, dem „Clan“.

Die Weinregion Chianti

Mit dem Namen Chianti verbindet zwar jedermann auch eine traumhafte Landschaft, aber in erster Linie denkt man natürlich sofort an köstlichen und weltbekannten Wein. Zusammen mit dem Olivenanbau umfasst die Fläche an Weinbergen gemeinsam schon 50 % der gesamten Fläche der Region Chianti.
Das offiziell zertifizierte und zugelassene Weinanbaugebiet des Chianti Classico umfasst heute etwa 70.000 Hektar.
Nur Weine aus genau festgelegten Orten und Weinbergen in der Region Chianti dürfen diesen klingenden und für Qualität stehenden Namen für ihren Wein benutzen. Neben der begrenzten Region müssen auch bestimmte Auflagen im Anbau, den Rebsorten, dem Alkoholgehalt, dem Zucker- und Säuregehalt, den Produktionsverfahren und auch der Lagerung eingehalten werden. Sollten diese Bestimmungen, die ständig kontrolliert werden, nicht eingehalten werden kann auch Weinbauern aus dem Chianti der begehrte Name auf dem Etikett entzogen oder verweigert werden.

Es gibt heute etwa 600 Hersteller des berühmten Weines im Chianti. Das Weingut Antinori in der Nähe des Ortes San Casciano dürfte das größte und berühmteste Gut im Chianti sein. Immerhin produziert es fast 10 Millionen Liter Wein in jedem Jahr.

Flora und Fauna im Chianti

Die Flora der Region wird heute durch Olivenhain und Weinberge dominiert, die bereits mehr als die Hälfte des Chianti einnehmen. Weitere große Flächen sind durch recht dichte Wälder besiedelt. Dabei sind besonders Kastanienwälder und Pinienwälder dominierend. Daneben finden sich auch noch einige Pflanzen und Büsche wie Ginster und Zistrosen. Die für toskanische Regionen typischen Zypressen findet man auch im Chianti, wobei sie auch vor Jahrhunderten durch Menschenhand gepflanzt und kultiviert worden.
Die Tierwelt ist vielfältig. Neben Reh und Hirsch gibt es zahlreiche Füchse, Hasen und Wildschweine. Fasane, Perlhühner und Schnepfen runden ein Bild ab, das natürlich auch gern Jäger aus vielen Ländern anlockt.
Allerdings gibt es auch eine Reihe von Tierarten, die nicht bei jedem Chianti-Urlauber auf Freude stoßen. Dazu gehören neben Skorpionen auch einige Schlangenarten wie Vipern und Nattern.

Der schwarze Hahn und seine Legende

Wer in der Chianti-Region weilt oder sich mit ihr beschäftigt der wird schnell auf ein überall wiederkehrendes Symbol treffen. Es ist ein schwarzer Hahn. Wenn man versucht zu ergründen, warum dieses Symbol des schwarzen Hahnes für das Chianti steht und wo der Ursprung dieses Bildes liegt dann findet man zu unterschiedlichen Auffassungen.


Die wahrscheinlichste Variante der Geschichte des schwarzen Hahnes liegt in der Legende um alte Grenzstreitigkeiten zwischen den beiden Republiken Siena und Florenz.
Man erdachte sich einst einen etwas seltsamen Wettbewerb, um endlich die Grenzstreitereien zwischen den beiden Städten zu klären und beizulegen. Aus beiden Städten sollte je ein Reiter starten und in Richtung der anderen Stadt reiten. Dort wo sich beide Reiter treffen sollte die neue Grenze verlaufen. Damit beide Reiter ein gemeinsames Startsignal haben wurde der erste Hahnenschrei des Tages als Startschuss vereinbart. Sowohl Florenz als auch Siena wählten jeweils einen Hahn aus, der in ihrer Stadt das Signal zum Losreiten geben sollte. Die Bürger der Stadt Siena wählten einen stattlichen weißen Hahn aus. Die Florentiner hingegen suchten sich einen halb verhungerten schwarzen Hahn.


Am entscheidenden Wettkampftag krähte der schwarze Hahn aus Florenz vor lauter Hunger bereits lange vor Tagesausbruch. Dies brachte dem florentinischen Reiter viele Stunden Vorsprung vor seinem Kontrahenten, so dass das Zusammentreffen kurz vor den Stadtgrenzen von Siena stattfand.


Seither wird der schwarze Hahn verehrt und findet sich in vielen Symbolen wieder.
Man findet den schwarzen Hahn auch auf vielen Weinflaschen. Die entsprechenden Winzer gehören dann dem „Consorzio“ an, das im Jahre 1924 gegründet wurde und seitdem den schwarzen Hahn als ihr Symbol verwendet.